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Wenn der Schnee weg muss

Schneeräumgeräte-Vorführung auf dem Gurnigel BE

«Schnee fräsen, Schnee räumen», unter diesem Motto zeigten diese Woche sieben Firmen an vier Standorten in der Schweiz ihr Angebot an Schneeräumgeräten. So am Mittwoch auch auf dem Gurnigel BE.

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Der 2-Achs-Geräteträger Grip 4 mit 95 PS von Sauerburger und Schneefräse ZAUGG an der Front. (Bilder: Heinz Röthlisberger)


Heinz Röthlisberger – Schweizer Bauer, Samstag, 11. Februar 2017. Schneefall und Minustemperaturen. Besser hätten die Bedingungen für die Vorführung von Winterdienstmaschinen am Mittwoch auf dem Gurnigel BE nicht sein können. Gross war auch das Interesse. Rund 150 Leute, hauptsächlich Verteter und Mitarbeiter von Gemeinden, wollten sich die Präsentationen der neusten Kommunalmaschinen von ZAUGG, Schiltrac, Holder, Forst Act, Fiedler, Hako und Valair nicht entgehen lassen.

Ein Bulle im Schnee
Gezeigt wurden an der Vorführung, die neben dem Gurnigel auch noch auf dem Col des Mosses VD, in Andermatt UR und auf der Lenzerheide GR stattfand, insgesamt 14 Trägerfahrzeuge, die entweder mit Bürsten, Pflügen, Fräsen und auch Salzstreuern ausgerüstet waren. Als richtiger Bulle im Schnee verhielt sich zum Beispiel der Geräteträger S990 von Holder mit der Schneefräse von ZAUGG. Dank 92-PS-Motor frass sich der Knicklenker selbst durch hohe Schneemengen. Beim Einsatz der Pflüge zeigte sich einmal mehr: Wenn der Schnee nicht vom Pflug wegrollt, dann häuft sich der Schnee vorne an, und das Fahrzeug kommt dann irgendwann nicht mehr weiter.

Sommer und Winter
Mit dem 95-PS-Zweiachs-Geräteträger Grip 4 von Sauerburger und dem stufenlosen Schiltrac Eurotrans 6150 mit 175-PS-6-Zylinder-Motor wurden zwei für den Winterdienst ausgerüstete Fahrzeuge gezeigt, die auch in der Landwirtschaft eingesetzt werden können. «Wichtig für uns ist es, aufzuzeigen, dass mit einem Schiltrac und einem 2-Achs-Geräteträger auch im Winterdienst gearbeitet werden kann», sagte Peter Barmettler von der Firma Schiltrac am Rande der Vorführung. «Denn mit solchen Fahrzeugen, die doch eine grosse Investition darstellen, ist es nicht unwesentlich, eine möglichst hohe Auslastung zu erzielen.» Im Geschäft mit Winterdienstgeräten ist Geduld gefragt, und es heisst nicht zu Unrecht: nach der Saison ist vor der Saison. Denn die Entscheidungsprozesse der Gemeinden müssen durch sämtliche Instanzen und ziehen sich entsprechend in die Länge. «Rund eineinhalb bis zwei Jahre dauert es durchschnittlich, bis ein Geschäft mit einer Gemeinde zustande kommt», sagte Matthias Anliker von der Firma Leiser AG auf dem Gurnigel.

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Der stufenlose 175 PS starke Schiltrac Eurotrans 6150 mit 2,5-Meter-Schneefräse von Westa und Salzstreuer. Knickgelenkter Kommunalgeräteträger des Typs S990 von Holder mit 92 PS und drei vollwertigen Anbauräumen.

Auch Bauern offerieren
In vielen Gemeinden offerieren auch Bauern und Lohnunternehmer für die Übernahme des Winterdienstes. Denn Gemeinden die über keinen eigenen Maschinenpark verfügen, vergeben die Arbeiten in der Regel an Dritte. Genaue Zahlen darüber gibt es keine. Laut einer Umfrage von Lohnunternehmer Schweiz führen 54 Prozent der Lohnunternehmer auf irgendeine Weise Arbeiten für Gemeinden aus. Eine grosse Zahl davon dürfte auch im Winterdienst tätig sein.

Vieles abklären
Neben den rechtlichen Aspekten wie der Frage des Kontrollschildes (siehe Kasten) gilt es für Bauern, die in den Winterdienst einsteigen wollen, den Versicherungsschutz abzuklären. Wer mit dem Schneepflug ein Auto oder gar eine Person touchiert, muss gut versichert sein. Auch die Investitionen in die nicht ganz billigen Anbaugeräte sollten gut kalkuliert werden. Wenn kein Schnee fällt, können auch keine Stunden verrechnet werden.
Von Vorteil ist es dann, wenn Bauern zumindest ihre Fahrzeuge, wie es Schiltrac-Geschäftsführer Peter Barmettler auf dem Gurnigel gesagt hat, sowohl im Sommer als auch im Winter auslasten können.

Die Frage des Kontrollschildes
Nicht immer ist klar, mit welchem Kontrollschild Landwirte für Gemeinden den Winterdienst ausüben dürfen. Laut Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL sind folgende rechtliche Aspekte zu beachten:

Gewerblich eingelöste Fahrzeuge: Mit weissem Kontrollschild eingelöste gewerbliche Traktoren dürfen auch für die Schneeräumung ohne Einschränkung eingesetzt werden. Sie gelten als gewerbliche Fahrzeuge wie zum Beispiel Lastwagen oder Kommunalfahrzeuge.

Landwirtschaftlich eingelöste Fahrzeuge: Traktoren, Transporter, Zweiachsmäher oder Hoflader mit grünem Kontrollschild dürfen grundsätzlich nur im Zusammenhangmit der Bewirtschaftung eines Betriebes mit Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gemüse-, Obst und Weinbau sowie Gärtnereien und Imkereien betrieben werden. Somit sind auch alle Schneeräumarbeiten erlaubt, die für die Bewirtschaftung des Betriebes erforderlich sind, wie etwa das Räumen der Hofzufahrt, des Hofareales, der Feld- und Waldwege. Diese Arbeiten dürfen auch im Lohn für andere berechtigte Betriebe erfolgen.

Bewilligungspflichtiger Einsatz für eine Gemeinde: Sofern niemand mit einem gewerblich eingelösten Fahrzeug die Schneeräumung von Gemeindestrassen übernehmen will, hat die Gemeinde die Möglichkeit, beim Strassenverkehrsamt eine Sonderbewilligung zu beantragen, damit Fahrzeuge mit grünem Kontrollschild eingesetzt werden dürfen. Nicht zulässig ist der Einsatz eines grün eingelösten Fahrzeuges zum Räumen privater und gewerblicher Areale.

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